Datenschutz bei Bild-, Ton- und Videoaufnahmen

Was ist in der Kindereinrichtung zu beachten?

Herausgegeben von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin und Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Die Anfertigung  von  Fotos  sowie  Ton-  und  Videoaufnahmen  in Kindertageseinrichtungen wirft immer wieder datenschutzrechtliche Fragen auf. Im pädagogischen Alltag führt dies häufig zu Unsicherheit. Mit der vorliegenden Broschüre soll den pädagogischen Fachkräften in kurzer und verständlicher Form ein Überblick über die datenschutzrechtlichen Regelungen gegeben werden. Die Broschüre kann bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie oder bei der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit u.a. auch
angefordert werden. (Link zur Broschüre als PDF)

Rechtliche Grundlagen

Eingriffe in dieses Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, das durch Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz (GG) i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG geschützt wird, bedürfen einer rechtlichen Grundlage.

Werden personenbezogene Daten der Kinder und ihrer Familien in Kindertageseinrichtungen erhoben, verwendet, übermittelt und gespeichert (d. h. in Bögen oder auf Karteikarten erfasst, in Portfolios eingearbeitet, im Sprachlerntagebuch notiert, als Fotos oder Videos festgehalten, im Eingangsbereich ausgehängt, auf der Internetseite veröffentlicht oder per E-Mail verschickt), sind in erster Linie die Vorschriften des Sozialgesetzbuches VIII (SGB VIII) maßgeblich.

Die Kitas sind als Einrichtungen der Jugendhilfe verpflichtet, den Schutz der personenbezogenen Daten entsprechend den Vorschriften des SGB VIII zu gewährleisten. Da es sich bei den verarbeiteten Daten um Sozialdaten handelt, die dem Sozialgeheimnis unterliegen, gilt ein besonderer Schutz. Mit solchen personenbezogenen Daten im Kontext Kita korrekt umzugehen, gehört zum professionellen Handeln von Trägern, Leitung und pädagogischen Fachkräften.

Für die in einer Kita Beschäftigten gilt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung in gleicher Weise wie für betreute Kinder und ihre Familien. Allerdings gelten für die Verarbeitung der Beschäftigtendaten nicht die Regelungen des SGB VIII, sondern die eigens geschaffenen Vorschriften über den sog. Beschäftigtendatenschutz. Dieser ist in erster Linie im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geregelt.

Jede Kita sollte sich im Team über den Datenschutz in ihrer Einrichtung grundsätzlich und regelmäßig verständigen, sich umfassend informieren  und  alles  Wesentliche  hierzu  schriftlich  fixieren. Auf diese Weise kann bei allen Beteiligten –  vor allem neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – mehr Handlungssicherheit erreicht werden.
Es wird empfohlen, es als Anlage der Kita-Konzeption zuzufügen und auch den Eltern zur Information vorzulegen.

Die Datei kann heruntergeladen werden unter: www.berlin.de/sen/jugend/familie-und-kinder/kindertagesbetreuung/qualitaet/